Eisregen, Varg, Milking The Goatmachine, Sintech in Bad Salzungen, KW 70 am 07.04.2012
Gestern war Karfreitag und zwei weitere Feiertage stehen ins Haus. Daher ist heute die ideale Gelegenheit, die Beschaulichkeit mittels eines Konzertbesuchs zu durchbrechen. Und was eignet sich dazu besser, als einen Auftritt von EISREGEN zu besuchen? Richtig, so gut wie nix! Also heisst es wieder mal auf nach Thüringen ins 80 Kilometer entfernte Bad Salzungen. Als wir im Kallewerk eintreffen, sind SINTECH schon fleissig zugange. Die Band lag eine Weile auf Eis, hat aber kürzlich ihr viertes Album „Schlampenfeuer“ veröffentlicht. Timo und Patrick von VARG sind hier auch am Start, nur für diejenigen, die es noch nicht wussten. Zu früher Stunde gehen die Leute bei Songs wie „Totenkleid“ und „Hassorgasmus“ schon ganz ordentlich mit. Ursprünglich als symphonische Black/Death Metal Band gestartet, lassen sich SINTECH heute eher dem Bereich Dark Metal mit einer Prise Death Metal zuordnen. Nach 45 Minuten ist dann Schluss, Band und Publikum sind zufrieden, guter Opener!
Die kurze Pause ist schnell vorbei, schon geht es weiter mit MILKING THE GOATMACHINE. Was soll man zu dieser Band sagen? Man muss sie gesehen haben, um es sich vorstellen zu können. Vier Typen mit Ziegenmasken toben über die Bühne und rotzen coolen Deathgrind herunter. Eigentlich nur drei, da der Drummer schliesslich sitzen bleiben muss, aber dafür gröhlt er psychopathisch ins Mikro. Auch wenn man auf den ersten Blick meinen sollte, dass sie stilistisch nicht so ganz ins Abendprogramm passen, wird man schnell eines besseren belehrt. Im Publikum befinden sich einige Fans mit Ziegenmaske, und vor der Bühne wird gemosht, was das Zeug hält. Kein Wunder, denn zu „Milk Me Up Before I Go Go“, „Back From The Goats“, „Surf Goataragua“ und meinem Favoriten „Ding Dong“ kann gar keine schlechte Laune aufkommen. Nach 45 schweisstreibenden Minuten trollt sich die Herde in Richtung Stall und lässt zufriedene Gesichter zurück.
Nun wird es Zeit für Pagan Metal aus deutschen Landen. Vier Fackeln tauchen die Bühne in ein gespenstisches Licht, VARG betreten die Szenerie und werden mit gereckten Fäusten begrüsst. Los geht’s mit „Wir sind die Wölfe“, „Nagelfar“ und „Schwertzeit“. Vom ersten Moment an feiern die Fans die Band begeistert und so feuern sich beide Parteien im weiteren Verlauf gegenseitig an. Auch älteres Material wie „Wolfszeit“, „Donareiche“ und „Viel Feind viel Ehr“ findet Anklang. Beim hymnischen „Schildfront“ singen viele im mittlerweile proppenvollen KW 70 mit. Nach einer Stunde verabschieden sich VARG mit „Rotkäppchen“, ihrer individuellen Version des Grimm’schen Märchens. War klasse!
Zu fortgeschrittener Stunde ist auf der Fläche zwischen Bühne und Tribüne kaum noch ein Platz zu kriegen, denn jetzt endlich kommen EISREGEN. Die Band hat hier eine sehr grosse Gefolgschaft vorzuweisen, denn sie stammen aus Tambach-Dietharz, einer nicht weit entfernten Kleinstadt im Landkreis Gotha. Dementsprechend euphorisiert sind die Fans, als EISREGEN sie mit auf eine fast anderthalbstündige Reise durch ihr Gesamtwerk nehmen. Durch die Hinzunahme eines Bassisten ist der Livesound nun richtig fett, was die ganze Angelegenheit noch angenehmer macht. Egal ob „Das liebe Beil“, „19 Nägel für Sophie“ oder „Nur dein Fleisch“ angestimmt werden: nach jedem Song brandet lauter Beifall auf. Vom aktuellen Album „Rostrot“ kommen der Titelsong und „Madenreich“ zum Einsatz. Mit „Eisenkreuzkrieger“ und „Ripper von Rostow“ leiten die Musiker um Sänger Blutkehle dann so langsam das Ende des regulären Sets ein. Nach minutenlangen Zugabe-Rufen gibt es selbstverständlich noch „Elektrohexe“ und das seit Beginn stürmisch geforderte „Thüringen“ auf die Ohren, dann ist leider Schluss für heute.
Kleine Anekdote am Rande: eine Stunde vor Ende des Konzertes war das leckere Fassbier bereits ausverkauft…
Viele Grüsse und Dank an:
Tom Hack (Massacre Records)
geschrieben am 16.04.2012 von Armin
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musikalischer Background des Verfassers Thrash-, Speed-, Death- und Black-Metal, Mittelalter-Mugge
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