Coppelius, Remember Twilight in Fulda, Kulturkeller am 12.03.2009
So manche Ereignisse werden einem mit der Zeit zur angenehmen Gewohnheit. In diese Kategorie fallen für mich Konzerte von COPPELIUS. Seit ihrem ersten Auftritt in Fulda während der 2005er „Nord Nord Ost“-Tournee von SUBWAY TO SALLY sind die fünf Herren nebst Butler jedes Jahr in den Kulturkeller zurückgekehrt. Durch diese regelmässigen Besuche haben sich die Musikanten hier schon eine treue Gefolgschaft erspielt, so dass sich an diesem Donnerstagabend knapp 120 Zuschauer in dem Museumsgewölbe befinden. Als ich um 20.30 Uhr eintreffe, bekomme ich gerade noch die letzten zwei Songs der Vorgruppe REMEMBER TWILIGHT mit. Ähnlich wie COPPELIUS bezeichen sie ihre Musik als Kammercore. Sie verwenden neben Violinen, Oboe und englischem Horn aber auch elektrische Gitarren und Bass, daher erinnert mich das Wenige, was ich von ihnen gehört habe, ein bisschen an SCHANDMAUL. Den Leuten muss es gefallen haben, denn der Applaus ist nach 45 Minuten freundlich.
Nun folgt eine ca. 40 minütige Pause, denn die Bühne muss umdekoriert werden. An den Seiten werden Tapeten im Stil des 18. Jahrhunderts aufgehängt, im Hintergrund befindet sich ein antiker Kleiderständer und als einzig modernes Utensil thront ein Röhrenradio auf einem Tischchen vor dem Drumpodest. Man gewinnt den Eindruck, sich im Wohnzimmer der adeligen Herren zu befinden. Dann wird es dunkel und der Diener Bastille betritt mit einer Lampe die Bühne, zündet einige Kerzen an, wedelt einige Staubkörnchen von den Stühlen und schaltet das Radio ein. Nach einem wilden Wellensalat ertönt das Intro und die Herren betreten nacheinander gemessenen Schrittes die Szenerie. Die ersten drei Lieder „Der Advokat“, „Schöne Augen“ und „Lilienthal“ stammen alle vom aktuellen Album „Tumult“, trotzdem sind sie allen im Kulturkeller bekannt und werden entsprechend bejubelt. Die Konzertreise steht ja im Zeichen der Suche nach dem verlorenen Zylinder, denn irgendein Frevler hat kürzlich die Kopfbedeckung des Grafen Lindorf gestohlen.
Nach einer kurzen Stimmpause wird mit „To My Creator“ und später „I'd Rather Be Dead“ der Bogen in Richtung der Anfangstage von COPPELIUS geschlagen. Die kurz aufeinanderfolgenden und fulminant vorgetragenen Lieder „Murders In The Rue Morgue“ und „Charlotte The Harlot“ zeigen, dass die fünf Ü-200er auch in der neuzeitlichen Musik bewandert sind. Bastille ist mittlerweile auch auf Betriebstemperatur. Wenn er nicht singt, reicht er Erfrischungen an oder weist dem manchmal leicht verwirrten Max Coppella seinen Platz auf der Bühne zu. Weiter geht es mit dem düsteren „Komposition“, was dem Lied „Operation“ vom Vorgänger „Time-Zeit“ bis auf den Text wie ein Ei dem anderen ähnelt. Vielleicht hören wir auf der nächsten CD ja davon einen dritten Teil. Die übliche Tresen-Einlage darf auch heute nicht fehlen. Zu „Phantom Of The Opera“ bahnt sich Le Comte Caspar den Weg durchs Publikum, steigt auf den Schanktresen und spielt von dort seine Parts.
Im Anschluss daran wird es ziemlich ruhig, denn „Das Amulett“ steht auf dem Programm. Der flotte neue Song „Habgier“, „Urinstinkt“ und "I Get Used To It" leiten nach 90 Minuten das Ende des regulären Sets ein. COPPELIUS werden von dem begeisterten Publikum noch zweimal nach lauten „Da Capo“-Rufen zurück auf die Bretter geholt. Bei der schaurigen Geschichte „Morgenstimmung“ und „Ouverture“ kommt nochmal richtig Bewegung in den Kulturkeller. Den würdigen Abschluss eines rundum gelungenen Konzertabends bildet dann erwartungsgemäss „1916“ von MOTÖRHEAD.
Viele Grüsse an:
Ina, Doro (Absolut Promotion)
geschrieben am 16.03.2009 von Armin
(NEU!!!!)Über den Artikel diskutieren:
Druckversion des Artikels:
Artikel an Kumpel versenden:
musikalischer Background des Verfassers Thrash-, Speed-, Death- und Black-Metal, Mittelalter-Mugge
X Aktuelle Top6
1. Ensiferum "Victory Songs"
2. Gernotshagen "Märe aus wäldernen Hallen"
3. Troopers "Bestialisch"
4. Turisas "The Varangian Way"
5. Witchburner "Blood Of Witches"
6. Excrementory Grindfuckers "Bitte nicht vor den Gästen"
X Alltime-Klassix Top6
1. Slayer "Reign In Blood"
2. Metallica "Master Of Puppets"
3. Slayer "Hell Awaits"
4. Anthrax "Among The Living"
5. Overkill "Taking Over"
6. Metallica "Ride The Lightning"
[ Seit dem 16.03.09 wurde der Artikel 3044 mal gelesen ]