…Ortswechsel…
Zur Halbzeit der Tour gastierte das „Priest Feast 2009“ in Hamburg. Nach dem etwas verhaltenen Auftakt der Tour in Dortmund [Live-Review hier Priest Feast 2009 in Dortmund]
ging es mit leicht gemischten Gefühlen in Richtung Elbmetropole. Zumal die Alsterdorfer Sporthalle nicht unbedingt den Ruf einer perfekten Halle für Live Events genießt. In leidvoller Erinnerung ist vor allem der Auftritt von MEGADETH als Support für Iron Maiden auf deren Reunion Tour mit Bruce Dickinson, bei dem die Band im Soundbrei sang und klanglos unterging und es den eisernen Jungfrauen auch kaum besser erging. Man durfte gespannt sein….
Die Halle war schon ansehnlich gefüllt, als TESTAMENT den Abend einläuteten. Leider kam es aber auch sofort wie schon befürchtet: Von massiven Soundproblemen getragen feuerten die Ami-Thrasher ihren Set aufs Hamburger Publikum ab. Das der Soundmann versuchte die mangelnde Soundqualität mit erhöhter Lautstärke kompensieren zu wollen - was die Angelegenheit aber nicht unbedingt erträglicher machte - scheint leider eine Eigenart dieser sonst ehrenswerten Berufsgruppe zu sein.
Auch wenn der Sound bescheiden war, TESTAMENT hingegen wirkten an diesem Abend um einiges agiler als noch zum Tourauftakt. Chuck Billy kommunizierte mehr mit dem Publikum und das man im Mittelteil des Sets mit ’Into the Pit’ noch einen zusätzlichen Gassenhauer in die sonst identische Setlist einbaute, wirkte sich ebenfalls positiv aus. Ach ja: Klinisch wirkte der Auftritt diesmal übrigens nicht, denn auch der Lichttechniker lieferte an diesem Abend einen sehr ordentlichen Job ab bei dem wohl auch das TESTAMENT Backdrop als seine „Spielwiese“ eine nicht unwesentliche Rolle spielte….
Der Soundmann konnte MEGADETH dann anschließend einen etwas angenehmeren und differenzierteren Sound zuteil werden lassen, auch wenn’s immer noch nicht überzeugend war. Dafür war die Leistung der Band an diesem Abend umso überzeugender! Ob es daran lag, das Gitarrist Chris Broderick Geburtstag hatte, kann man schwerlich beurteilen. Es bleibt aber festzuhalten, das MEGADETH an diesem Abend in Hamburg ordentlich gerockt haben. Ständig war Bewegung auf der gesamten Bühne zu vernehmen und man agierte aktiv und intensiv mit dem Publikum. Ein offenbar gut gelaunter Dave Mustaine schien kräftig bei Stimme, poste amtlich über die Bretter und pendelte ebenso regelmäßig zwischen den Bühnenrändern wie seine übrigen Bandkollegen. Das Publikum honorierte die Leistung der Band entsprechend, was wiederholt seinen Höhepunkt in ’Symphony of Destruction’ fand. Es ist schon erstaunlich wie das Publikum scheinbar überall unisono dabei abgeht! Nach dem Schlussakkord von ’Holy Wars’ verschwanden MEGADETH, aber nicht ohne sich vorher artig beim Publikum zu bedanken.
Selbst einem der Band sonst eher kritisch gegenüber tretenden Verfasser dieser Zeilen konnten MEGADETH mit ihrem Auftritt diesmal wirklich nahezu überzeugen!
In Blaues und Rotes Licht getaucht blickte das Konterfei von Nostradamus auf die Besucher in der gut gefüllten, aber nicht ausverkauften Halle, herab als JUDAS PRIEST ihren Set begannen. Natürlich mit dem Doppel ’Dawn of Creation’ / ’Prophecy’. Auffällig war sofort – Überraschung! – der wohl beste (wenn auch immer noch nicht restlos überzeugend..) Sound, den ich in dieser Sporthalle bis dato gehört hatte. JUDAS PRIEST lieferten eine gute, für ihre Verhältnisse schon agile Show ab. Ständig war Bewegung auf der Bühne, stimmige Lichteffekte und wechselnde Backdrops untermalten die jeweiligen Songs. So dargeboten mutierte selbst ein so ruhiger Song wie „Angel“ zum Kracher und bei „Death“ sang Rob Halford in einem Thronartigen Ohrensessel sitzend, passend zum inhaltlichen Thema.
Auch wenn JUDAS PRIEST wie am Faden gezogen ihre Shows runterspulen, bleibt die Band Live dennoch eine Macht. Da stört es auch nur bedingt, das ’Painkiller’ nicht mehr mit der gleichen Gesangsleistung Höchstleistung wie dereinst vorgetragen wird, oder Songs vom Kaliber ’Screaming for Vengeance, etc.’ausgespart werden. Die Fans feierten JUDAS PRIEST trotzdem gehörig ab, und honorierten die Leistung der „alten Herren“ entsprechend. Nach ’Painkiller’ wurde der folgende Zugabenteil natürlich wieder mit ’Hell Bent for Leather’ nebst Motorrad eingeläutet. Das Fleetwood Mac Cover ’The Green Manalishi (With the Two-Prong Crown)’ (warum spielen die Herren das überhaupt?) und ‘You’ve got another thing Comin’’ beschlossen dann wieder den Abend.
Trotz der Soundprobleme, war das Halbzeitgastspiel der „Priest Feast 2009“ Tour in Hamburg ein gelungener Konzertabend, an dem scheinbar auch alle beteiligten Bands ihren Spaß hatten.
geschrieben am 12.03.2009 von Blizzard
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musikalischer Background des Verfassers NWOBHM; Thrash- / Speed- / Power- / US- / Death- / Doom / Stoner Metal ; Glam / Classic/ Hard Rock & Sleaze,
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