Nachdem ich am Abend vorm WGT endlich eine Fahrgelegenheit organisiert hatte und mich im Labor schon einmal warm getrunken hatte, ging es am Freitag den 09.05. gegen 14h endlich los nach Leipzig. Die Hinfahrt verlief ruhig und ging ohne Stau recht schnell. Auf dem Gelände angekommen war unser erstes Problem unsere Leute zu finden. Das ging zum Glück recht zügig und einfach. Das Beste war: unser Zelt stand schon, denn dass hätte ich nicht mehr geschafft. So erstmal kurz ausruhen und dann auf die Suche nach dem Pressebüro begeben. Dies war nicht so leicht, denn jeder schickte einen woanders hin. Als ich dann vorm Büro stand, schickte man mich zum Haupteingang, damit ich mir ein Bändchen holte also wieder zurück und wieder hin. Als ich dann endlich meinen Pass hatte, wieder zum Zelt und entspannen.
Nach einiger Zeit ging es dann auch los zur ersten Band. UNHEILIG war unser Ziel, aber es spielten vorher noch die mir völlig unbekannten SIGUE SIGUE SPUTNIK. Die Band bestand aus einem Sänger, einem Gitarristen und einer Keyboarderin. Alle drei waren sehr ausgefallen gekleidet und gestylt. Die Musik der Engländer hörte sich für mich an, wie die Beach Boys auf EBM / Elektro. Sehr catchy und eine wirklich angenehme Mischung, die teilweise auch leicht punkig daherkam. Eine erste Überraschung. Und die zweite folgte sogleich: UNHEILIG! Ich hatte sie letztes Jahr auf der WET-Stage in Wacken gesehen und war verdammt enttäuscht. Der Sound war damals so mies, dass mir die Band nicht gefiel, doch heute machte der Soundmann alles richtig. Der Sound war perfekt gemischt. Alles klar und verständlich und Der Graf machte eine wirklich gute Show. Das Publikum wurde mit einbezogen, man sah, dass der Graf die Musik lebt. Das Publikum ging sehr gut mit und die Stimmung war einmalig. Kurz vor dem Gig war es nicht sicher, ob UNHEILIG überhaupt spielen können, denn der Graf war krank und hatte vorherige Konzerte abgesagt, aber für das WGT war er wieder fit. Klingt pathetisch, aber die Show war einfach geil! Ein bisschen elektronischer als Rammstein und sehr viel mehr Gothic, aber dennoch hart und feiertauglich.
Als nächstes kam eine Band, die ich noch nie wirklich leiden konnte: BLUTENGEL! Heute gefiel mir zwar der Sound und die Show war stimmig, aber die Band wirkte arrogant und überheblich. Sie ließ sich feiern, als wären sie die Götter des EBMs, was bei weitem nicht der Fall ist! Es gibt wahrlich bessere Bands, wie der Headliner des nächsten Abends zeigen sollte. Musikalisch ganz okay, aber ansonsten arrogant und belanglos. Was man der Band allerdings teilweise zu Gute halten muss ist, dass sie völlig „taub“ spielen musste, da alle Monitore ausgefallen waren. Trotz dieser Umstände war die Leistung recht ordentlich.
Nun zum Highlight des heutigen Abends! PARADISE LOST! Ich habe den ganzen Tag auf diese Band gewartet und was die Band an sich angeht und die Songauswahl wurde ich nicht enttäuscht. Alles perfekt. Die Band wirkte routiniert und eingespielt. Nur leider hat der gute Soundmann es diesmal vergeigt. Die Umstellung von EBM zu Metal hat er nicht hinbekommen, der Sound war teilweise unter aller Sau und besserte sich nur leicht, der Gesang war meiner Meinung nach viel zu leise und die Härte wollte nicht rüberkommen, aber dennoch hat das Publikum gefeiert und PARADISE LOST legten einen soliden und sehr guten Abschlussgig für den ersten Abend hin. So nun ab ins Zelt und schlafen, um fit für den Samstag zu sein.
Der Samstag fing entspannt an: ein bisschen in der Sonne lümmeln, mit den Leuten am Zelt chillen und reden und dann los zur Parkbühne, wo END OF GREEN, JESUS ON EXTASY und GOTHMINISTER auf uns warteten. Als wir die Parkbühne dann gefunden hatten legten END OF GREEN auch schon los. Der Sound war perfekt! Die Parkbühne ist eine verdammt geile Konzertlocation! Aufgebaut wie ein Amphitheater konnte man von fast überall ordentlich etwas sehen. Die Gothic-Rocker von END OF GREEN legten einen guten Gig auf die Bretter. Fette Gitarren, ein göttlicher Bass und Gothic-Rock á la Type O Negative oder The 69 Eyes. Sehr, sehr gut! Wieder eine gute neue Band kennen gelernt. Was hier an Gitarrenriffs nach vorne schwappte war einsame Spitze und vom Sound her einfach nur fett!
Nun ein wenig nach vorne mogeln (10 Reihe) und JESUS ON EXTASY genießen. Nachdem das neue Album ja eher ein Flop war, war ich sehr gespannt, wie die Band denn live so ist. Und ich muss sagen, dass die neuen Stücke live doch ganz gut klingen, die Band spielt jetzt schon routiniert und bringt die Menge zum toben. Einziges Manko: die Stimme des Sängers. Ich kann mich mit ihr nicht so ganz anfreunden. Manchmal klingt er als könne er partout nicht singen, versuche es aber trotzdem. Wie mache Deppen bei irgendwelchen Castingshows, dann wieder klingt er sehr gut und man kann ihn sich anhören, aber egal. Dies machte die Band allerdings wett: Die Gitarren waren super abgemischt und kamen wuchtig ins Publikum, die gute Keyboarderin war zwar ordentlich am Posen, sah dabei aber verdammt gut aus! Insgesamt war das Konzert sehr gut und der Sound wieder einmal genial!
Nun folgten der GOTHMINISTER! Na gut es waren mehrere! Ich hatte sie kurz auf dem M'era Luna 2006 gesehen und sie waren mir als ganz okay in Erinnerung geblieben, aber mit dem heutigen Sound und der Location......WAHNSINN! Auf Platte machen GOTHMINISTER Elektro, doch hier kommen wieder einmal wuchtige und fette Gitarren hinzu. Mein Kopf fing einfach so an zu moshen. Der Sound? Wieder einmal wahnsinnig gut!!! Der Soundmann hat wirklich super Arbeit geleistet. Und es lag natürlich an der geilen Location, dieses Dreierpack war wirklich sehenswert!
So nun erstmal wieder zum Zelt und stärken und dann in die völlig überhitzte Agrahalle. Hier sollten COVENANT den heutigen Headliner geben und taten es auch. Einen würdigeren Headliner gab es neben den morgen spielenden CORVUS CORAX bei weitem nicht! Was COVENANT hier auf die Bühne zaubern ist fabelhaft! Bühnenshow und -performance passen perfekt zur Musik, der Sound ist wunderbar! Die Songauswahl erstreckt sich über die gesamte Karriere, wobei bei den bekannten Hits á la `Call All Ships...´, `Ritual Noise´ oder `Dead Stars´ die Menge am steilsten ging! Was allerdings am meisten freute war die unglaubliche Ausstrahlung des Sängers. Man konnte nicht anders als mit ihm zu feiern. Es gab keine Sekunde in der er nicht strahlte und sich freute, dass die Menge so mit ihm feierte. Da sieht man noch wirklich wem die Musik Spaß macht und wer sie einfach nur so macht!
Sonntag plagte mich dann eine miese Erkältung, so dass wir uns ruhig ins Heidnische Dorf verzogen und dort den Tag verbrachten. Das Dorf lag gemütlich im Schatten und es gab genug Stände um sich einzukleiden, zu essen oder einfach mit Leuten ins Gespräch zu kommen. Auf der Bühne spielten Mittelalterliche Bands ihre Stücke und die Leute waren ruhig und entspannt und genossen das schöne Wetter und die Atmosphäre. Zu gegebener Stunde machten wir uns dann auf in die Agrahalle, um SAMSAS TRAUM zu sehen. Vorher spielten noch CD 1334. Dies war die Originalbesetzung von CHRISTIAN DEATH (die auch auf dem WGT auftraten). Die Musik war Old School und ganz okay. Für Fans alten Gothics war dies bestimmt etwas einmaliges. Ich konnte damit nichts anfangen, da mir die Band völlig unbekannt war. Trotzdem war der Gig völlig okay und die Menge feierte gut mit.
Doch dann kamen SAMSAS TRAUM: leider ohne Corpsepaint und mit weniger metallastigen Songs. Aber wen interessiert das schon? Kaschte weiss auch so, wie ihm das Publikum aus der Hand frisst und so wurden heute halt mal wieder mehr der alten Hits ausgepackt, welche aber ohne Keyboard oder ähnliches gespielt wurden, sondern mit einer reinen Metal-Besetzung! Keine elektronischen Spielereien, sondern bloße Rock-Gewalt! Leider fehlte mir die Show, welche noch auf der Tour gebracht wurde, da sie einfach mitreißend war und so vollkommen zur Band gepasst hat. Dennoch war das Konzert wieder einmal wunderbar und die Menge ging auch sehr gut mit! Beim nächsten Mal bitte wieder `Kugel Im Gesicht´!!
Den Sonntag ließ ich dann am und im Zelt ausklingen, um mich ein wenig zu erholen!
Am Montag fuhren wir gegen Mittag los zum Bahnhof und weiter zum Völkerschlachtdenkmal, welches mich sofort in seinen Bann zog! Riesengroß und einfach wunderbar stand es in der Sonne an einem großen künstlichen See. Leider konnten wir nicht mehr umsonst hinein, weil keine Veranstaltungen mehr stattfanden, aber auch von außen sah es großartig aus. Danach gingen wir noch auf dem angrenzenden Friedhof spazieren (Klischee ick hör dir trapsen 8) ) und fuhren dann wieder zum Zeltplatz, aßen etwas und machten uns auf zur Mittelalterparty in der Agrahalle!
Hier ging es dann mit SALTATIO MORTIS los. Und auch hier habe ich manchmal das Problem, das mir die Stimme des Sängers auf den Sack geht, aber ich muss sagen, dass es live auf jeden Fall besser klingt. SaMo sind eine routinierte und talentierte Liveband. Das Publikum wird mit einbezogen und so animiert. Dies bedankt sich mit einer super Stimmung und feiert ordentlich mit! SALTATIO feuern Hit um Hit ins Publikum und dieses dank es ihnen immer wieder. Am Ende springt der Sänger ins Publikum, surft ein wenig und verschwindet dann im Publikum! Noch lange nach dem Gig hallen die Sprechchöre für die Band durch die Halle.
Nun wird es etwas ruhiger, denn FAUN spielen als nächstes. Diese Band ist in der Mittelalter-Szene bereits sehr anerkannt und das merkt man vor allem an der sehr gut gefüllten Halle. Die Band steht ja eher für die ruhigeren und getragenen Klänge, versteht es aber dennoch ordentlich Party zu machen. Auch hier feiert das Publikum – wenn auch bedächtig – sehr gut mit. Die Band dankt es ihnen mit einer super Performance, welche bis ins kleinste Detail passt und völlig stimmig wirkt. FAUN sind einfach zum Träumen schön. Ich freu mich schon auf ihre nächste Tour, die sie auch nach Hannover führen wird.
Nun folgte eine wunderbare und heiße Show. Und zwar im wahrsten Sinne des Wortes: SUATESH boten eine von minimalster Musik unterlegte Feuershow. Mehrere gut aussehende Frauen zeigten dem Publikum, wie gut es aussehen kann mit dem Feuer zu spielen und das es Spass macht, aber auch das es ganz und gar nicht leicht ist und man höchste Konzentration braucht und jeder auf jeden achten muss!
Die Show war allerdings wunderbar und passte perfekt zwischen FAUN und die nun folgenden Spielleute CORVUS CORAX!! Diese Band ist schon gar nicht mehr aus der Szene wegzudenken. So lange sind sie schon dabei! Ob nun Mittelaltermärkte oder das Wacken:Open:Air, sie spielen so gut wie überall und werden überall frenetisch gefeiert! So auch an diesem Abend, denn sie waren Headliner und das Publikum war am letzten Abend in Feierlaune und was kommt da besser als eine geniale Mittelaltershow zu sehen. Die Musik war perfekt, die Animationen auch. Insgesamt war alles super, es gab nach meinem Ermessen keine Fehler zu sehen. Kleiner Gag: Ein Mitglied hatte Geburtstag und bekam ein Gehirn geschenkt. CORVUS CORAX spielten sich in Rage und auch das Publikum wurde immer munterer und feierte was das Zeug hält. Die Band spielte sehr sehr lange, wie lange kann ich nicht sagen, weil ich das Ende nicht erlebt habe, da ich einfach ins Zelt musste.
Fazit: Mein erstes WGT war der reine Wahnsinn. Ich hatte mich gefreut hinzufahren, war mir aber auch bewusst, dass es stressig werden könnte, wegen der verschiedenen Auftrittsorte und dem damit verbundenem Fahren, aber es hat alles super geklappt. Egal wen man fragt: jeder hilft einem so gut er kann, sei es nun für eine Wegbeschreibung oder Kleinigkeiten wie Grillkohle etc. Die Stimmung auf den Konzerten und auf dem Zeltplatz war super und friedlich, in der Stadt wurde man ganz normal behandelt. Das WGT ist einfach kein normales Festival, sondern wirklich ein riesengroßes Treffen, bei dem die Bands eher die zweite Rolle spielen. Zumindest für die anderen 8)
Ich werde nächstes Jahr wieder hinfahren und zusammen mit vielen andern die Bands und das Fest feiern. Doch eine Bitte habe ich noch: wechselt die Security, denn diese wahr sehr oft, sehr unfreundlich und fühlte sich soooo verdammt lustig! Die passt einfach nicht auf so ein Treffen!
Ansonsten macht weiter so!!!!! Bis zum 18. Wave Gotik Treffen in Leipzig! Bis 2009!
geschrieben am 20.05.2008 von Toby
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musikalischer Background des Verfassers Death Metal (vor allem Brutal), Black Metal, (Gore)Grind(core), Crust
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