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Krokus in Frankenthal / Krone Music Club am 27.02.2004

Als ich die Plakate in der Stadt sah, wollte ich meinen Augen nicht so recht trauen: Krokus, die legendäre Rockband kommt nach Frankenthal, ein kleines 50.000-Seelen-Nest, dessen Namen dem einen oder anderen vielleicht durch Boomerang schon mal zu Ohren gekommen ist. Als Location war der Krone Music Club angesetzt. Die regionalen Konzert-Veranstalter Krone Concerts eröffneten diese Location, die –wie auch ihre Konzerte- Musik in allen Richtungen bietet. Dort wo der Club heute zu finden ist, war früher das alte Frankenthaler Brauhaus. Perfekt für diesen Abend: Rock’n’Roll in der Bierbrauerei.
Da ich an diesem Abend mit meinen 29 zu den jüngeren Semestern gezählt habe, hier zunächst noch ein paar kurze Worte über Krokus:
Krokus wurden 1974 in Solothurn (CH) gegründet. Mit u.a. Chris von Rohr (Gesang) und Fernando von Arb (Gitarre) entstand 1978 das Album "Painkiller". 1980 steig Marc Storace in die Band ein und das bereits sechste Album "One Vice At A time" katapultierte die Schweizer 1982 in die erste der Hardrock-Ligen. Das "Headhunter"-Album von 1983 –mit etlichen Goldenen Schallplatten bedacht- bedeutete den Höhepunkt der Alpenblumen. Es folgte eine lange Zeit mit zahlreichen Line-up-Wechseln, Re-Unions, Auflösungen und wieder Re-Unions. 2003 erschien das bislang letzte reguläre Studioalbum "Rock The Block", welches Nummer 1 der schweizer Charts wurde und auch in Deutschland einige Wochen in den Top 100 gelistet war. Aktuell besteht die Band aus Marc Storace (voc), Fernando Von Arb (guit), Tony Castell (bass), Dominique Favez (guit) und Patrick Aeby (drums). Somit sind immerhin zwei entscheidende Mitglieder des legendären 80er Line-ups an Bord.
Zurück zum Freitag: Der Eintritt war mit 19 Euro an der Abendkasse recht üppig angesetzt, sollte sich allerdings lohnen.
Kurz nach 21 Uhr angekommen, spielte gerade die Vorgruppe Kickdown im recht gut gefüllten Krone Club ihren 80er-lastigen und kitschfreien Hardrock. Das Quartett heizte gut eine Stunde ein und wurde zurecht zu einer Zugabe auf die Bühne zurückgeholt. Lediglich das ständige „You guys rock!“ und „Give it up“ von Sänger C.Sto nervte mit der Zeit.
Nach einigen Bier später (etwa 20 Minuten Umbau) war es dann so weit: Krokus marschierten auf die Bühne und legten los wie die Feuerwehr. Trotz der nach Aussage von Tony und Patrick wohl recht schwierigen Soundbedingungen, erwischten die Schweizer einen feinen Sound. Jedes Instrument war gut zu hören, die Drums kamen druckvoll aus der PA und die Stimme von Maltas Brian Johnson/Udo Dirkschneider/Angry Anderson knarzte wunderbar. Tolle Arbeit vom Menschen am Mischpult.
Sichtlich gut gelaunt und angetan von der guten Stimmung im Brauhaus spielten die Alpenländer eine bunte Mischung aus legendären Krachern wie "Heatstrokes", "Screaming In The Night", "Eat The Rich", "Bad Boys, Rag Dolls", "Tokyo Nights", "Bedside Radio", "Easy Rocker", "Rock City" und aktuellem Material ("Rock The Block", "Mad World", "I Want It All"). Die neuen Stücke passten sich nahtlos in die erlesene Auswahl aus der Hochphase von Krokus ein. Storace machte auf der Bühne das einzig richtige, nämlich kein langes Geschwätz (abgesehen vom allseits bekannten: "Is this Rock City?, Is Frankenthal Rock City? Is Frankenthal the Rock Capital of the World?"). Warum auch, wenn eine Band über solch ein Repertoire an Klassikern verfügt und allein durch ihren Rock Stimmung machen kann? Wahnsinn wie die alten Hasen Fernando und Marc abgingen und Ihre drei Kollegen mitzogen. Mit dieser schier unglaublichen Energie rockt die Band so manche Nachwuchskünstler in Grund und Boden. Zwei Zugaben musste das Quintett spielen, wovon Marc eine nutzte um auf Klopapier "Ihr sind geil!" zu pinseln und über die Menge zu heben. Nach etwa 2 Stunden duften Krokus entgültig die Bühne verlassen und sich ein wenig später den Autogrammjägern und Fans stellen durfte. Mit beidseitigen Komplimenten und einigem Smalltalk ging dieser Abend zu Ende.

Rundum gelungenes Konzert und ein dickes Danke an Veranstalter und Band. Wäre schön Euch wieder in der Pfalz begrüßen zu dürfen.

geschrieben am 28.02.2004   von Lex
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