Rose Tattoo in Musikzentrum, Hannover am 15.03.2007
Ausverkauft stand an der Tür des Musikzentrums in Hannover. Dementsprechend voll und kuschelig war es in dem kleinen Schuppen. Der Alterdurchschnitt der Zuschauer dürfte oberhalb der 30 Jahre Grenze gelegen haben. Graues und lichtes Haar war keine Seltenheit im Publikum. Nur wenige junge Fans waren erschienen, um sich eine der besten Livebands des Planeten anzusehen. Erst mal war aber die Vorband dran. Gutbucket droschen ihren räudigen Schweinerock in einer amtlichen Lautstärke ins Publikum und konnten dabei mehr als nur Achtungsapplaus einheimsen. Die Typen stimmten gut auf Rose Tattoo ein, die mit einer noch höheren Lautstärke die Bühne enterten und das Musikzentrum gut zum kochen brachten. Wie schon in Wacken wussten die Down Under Boys zu 100% zu überzeugen. Sie spielten tight auf den Punkt, drückten und hatten Groove ohne Ende. Die neue, gut funktionierende Bandbesetzung killte mit einer Mischung aus alten und neuen Stücken, und es wurde mal wieder klar, dass Rose Tattoo eine der wenigen Bands der Neuzeit sind, die Hard Rock atmosphärisch und mit authentischer Ausstrahlung rüberbringen können. Qualitativ gibt es keinen Unterschied zwischen den alten Klassikern der Marke "Astra Wally" oder "We Can’t Be Beaten" und Songs vom aktuellen Album, „Blood Brothers“. Es macht viel Spaß den Tatts bei der Arbeit zuzusehen. Mick Cocks sieht nämlich wahrlich cool aus, wenn er beim Gitarrenspiel lässig eine Fluppe im Mundwinkel hängen hat, und die klumpige Art und Weise, in der Steve King seinen Bass bearbeitete, wenn er mal nicht den Whiskey aus der Pulle soff, ist absolut unnachahmlich. Über allen thronte aber selbstverständlich Angry Anderson, der mit seiner so emotionalen und eindringlichen Mimik und Gestik das gesamte Geschehen dominierte. Seine Posen sind wirklich absolut einmalig, und egal ob bei den Songs oder den Ansagen, es hat immer den Anschein, als würde Angry zu den Fans predigen. Keine Frage, Rose Tattoo sind Religion und neben AC/DC das absolut beste, was der Hard Rock zu bieten hat. In Hannover gab es nur glückliche Gesichter.
geschrieben am 16.03.2007 von Chickenfires
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musikalischer Background des Verfassers Hauptsächlich Metal und 60er/70er Jahre Rock. Daneben alles Mögliche (z.B. EBM, Soundtracks, Folk, diversen Jazz Kram & Krautrock) und manches Unmögliche (z.B. Aqua, Madonna, Torfrock, Björk & Doris Day).
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