Festivals gehören ja so gut wie jeden Sommer zum Standartprogramm des gemeinen Metallers. Doch hier geht es nun um das Festival der etwas anderen Art: Das Fantasy Filmfest 2004! Auch dieses Jahr heißt es also wieder "Genügend Ausdauer und Sitzfleisch mitgebracht, es darf genossen werden!"
Ganze 18 Jahre drehen die Macher nun schon ihre Spulen und sorgen jedes Jahr für faszinierende Abwechslung.
Vom 21. Juli bis zum 28. Juli startet der Spaß in München, dann geht die Reise weiter nach Stuttgart (28. Juli bis 4. August)
Nürnberg (28. Juli bis 4. August)
Frankfurt (4. bis 11. August)
Köln ( 4. bis 11. August)
Hamburg (11. bis 18. August) und findet schließlich einen glorreichen Abschluss vom
11. bis 18 August in Berlin.
Im Repertoire befinden sich vom klassischen Horror ("The Last Horror Movie"), über innovative Science Fiction ("Immortal") auch wieder einige vielversprechenden Filme aus Ostasiatischen Landen. Und eben diese gehören explizit angepriesen! Leider schwimmt ja Amerika momentan auf der asiatischen Horror-Welle mit und kauft zahlreiche Klassiker wie "The Ring", "Dark Water" und "Ju-On - The Grudge" (mit Sarah Michelle Gellar in der Hauptrolle!) auf, um selbige ganz Hollywood-like neu zu vermarkten. Was für ein Jammer, sind doch die Originale um Längen besser. In meinen Augen sind die ganzen Beaus der US amerikanischen Filmebranche einfach nicht in der Lage, eine derart düstere Atmosphäre zu schaffen, wie es beispielsweise die Asiaten meisterhaft vorlegen. Nicht nur die Originalsprache, sondern auch die Originaldarsteller schaffen dieses unvergleichliche Flair des Bedrückens, der Angst/ Panik und auch einer gewissen Skepsis aufgrund der ungewohnten Andersartigkeit. Man ist nahezu unaufhörlich darum bemüht die Fassung zu behalten und nicht unter dem Sessel zu verschwinden.
Die Art und Weise wie ein Film allein durch Klänge, Stille und meisterhaft agierende, meist schweigende Darsteller, die mit einer Natürlichkeit auftreten, sodass das Geschehen nur noch Grausamer wirkt, eine derart beklemmende Atmosphäre schaffen kann, ist in jedem Falle sehenswert!
So hat man eben dieses Jahr die Freude "The Eye 2" (Hong Kong), wieder von den Pang- Brüdern, wie in dieser oben beschriebenen Lobrede, zu bewundern. Wie auch schon im ersten Teil erliegt auch hier eine junge Frau dem Fluch Geister zu sehen...
Einen anderen Leckerbissen dürfte Japans "One missed call", vom Meister Takashi Miike sein. Per Handy erhält eine junge Frau Todeswarnungen, die 72 Stunden später zu Tatsachen werden. Dies erinnert zwar sehr stark an Filme wie "The Ring" oder "Phone", dürfte aber, da eben von Miike, in keiner Weise ähnlich, oder langweilig ablaufen.
In vergangenen Jahren schockte selbiger die filmeversessene Gemeinde mit seinem surrealen Yakuza- Thriller "Gozu".
Eine andere Kategorie, in beiden Fällen aus Süd-Korea stammend, bilden die fantastisch anmutenden "Schwertkampf-Fliegefilme" in Form von Kriegerepen. Dieses Jahr laufen "Legend of the evil lake" und "Sword in the moon". Zu erwarten wären hier Bilder á la "Hero", "Legend of Zu", "China Swordsman", oder "Musa". Laut Vorab-Bericht handelt es sich wieder um eine gelungene Mischung aus historischen Legenden/Tatsachen, verwoben mit ausreichend Schwertkampf und dem Hin- und Hergerissensein zwischen Herz und Verstand.
Und das Absolute Muß zum Schluß: Die Klassiker unter den Hong Kong old school action Filmen, im Sechserpack von den Shaw-Brüdern! "The 36th Chamber of Shaolin", "Heroes two", "Shaolin Temple", "The new one- armed swordsman", "One armed swordsman" und "Return of the one- armed swordsman" Das nicht genug, nein, sie werden auch noch in "restaurierter" Fassung gezeigt.
Jetzt habe ich fast ausschließlich von dem ganzen asiatischen Stoff geschwärmt, nicht zu unterschlagen sind aber auch die klassischen Psychothriller in doch neuem Gewand. "Saw", "Aro Tolbukhin- In the mind of a killer" (Spanien).
Eigentlich begeistert fast jeder Film auf seine eigene Art. Fakt ist, für nahezu jeden dürfte hier die ein, oder andere Köstlichkeit vorhanden sein. Und das sollte ja fast schon genügen, um sich sofort auf zu machen, und sich Karten zu besorgen. Diese kosten meist zwischen 6.- und 9.- €. Wichtig zu erwähnen wäre wohl noch die Tatsache, dass alle Filme in Originalsprache, mit englischen Untertiteln gezeigt werden.
Also fühlt euch angesprochen und lasst euch dieses Spektakel nicht entgehen, denn von minutenlangen standing ovations , über special events, bei denen der ein oder andere Regisseur samt Darsteller anwesend ist, um sich den Fragen des Publikums zu stellen, ist alles drin.
www.fantasyfilmfest.com
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